Gedichte 5

Kehr ein bei mir !

 

Du bist die Ruh, der Friede mild.

Die Sehnsucht du, und was sie stillt.

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Ich weihe dir voll Lust und Schmerz

zur Wohnung hier mein Aug und Herz.

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Kehr ein bei mir, und schließe du

hinter dir die Pforten zu.

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Treib andern Schmerz aus dieser Brust!

Voll sei dies Herz von deiner Lust.

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Dies Augenzelt, von deinem Glanz

allein erhellt, o füll es ganz.

Friedrich Rückert

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Ich weiß nicht....

Ich weiß nicht, wie mir geschieht....

Weiß nicht, was Wonne ich lausche...

mein Herz ist fort wie im Rausche,

und die Sehnsucht ist wie ein Lied.

Und mein Mädel hat fröhliches Blut

und hat das Haar voller Sonne

und die Augen von der Madonna,

die heute noch Wunder tut.

Rainer Maria Rilke

Küsse

 

Süße Küsse wollen nicht gern enden,
flehen die Sekunden, die sich wenden,
eifrig an, zu bleiben, bleiben---
wollen auf die Lippen schreiben:

 

Ewig! Diese Wort vom Frieden!
Sich nicht trennen, sich nicht scheiden,
sich nur freuen und nicht leiden,
 und zusammensein hienieden,

 

 ganz zusammen ohne Reue,
 in der heitern Menschentreue,
 sich in schwebenden Gedanken
 ewig gut sein, niemals zanken !

Georg Maurer